Marie Hassenpflug
Marie Hassenpflug hat den Brüdern Grimm seinerzeit nicht nur an die zwanzig wunderbare Märchen erzählt, sondern auch ihre Familie zu Beiträgen ermuntert, so dass insgesamt nicht weniger als fünfzig Grimmsche Märchen (das ist etwa ein Viertel der Sammlung!) auf die Familie Hassenpflug zurückgehen.
Und was wäre das Märchenbuch ohne Dornröschen, Rotkäppchen, Brüderchen und Schwesterchen, Der Gevatter Tod, Der Räuberbräutigam und die vielen anderen Texte dieser Provenienz?
Marie Hassenpflug stammt väterlicherseits aus einer althessischen Beamtenfamilie, ihrer Mutter Magdalena Dresen mütterlicherseits aus Frankreich: Im Märchenrepertoire der Familie mischten sich hessische und französische Überlieferungen - ein Stück vereintes Europa! Marie wurde 1788 in Altenhaßlau bei Gelnhausen geboren, verzog mit der Familie später nach Hanau, dann nach Kassel und kam gleichzeitig mit den Brüdern Grimm auch mit Schauenburg-Hoof in Verbindung, denn sie lernte dort den gleichaltrigen Friedrich von Dalwigk kennen, der in Hoof ansässig war und den sie dort 1814 heiratete.
An die zwanzig Jahre lang hat Marie von Dalwigk, geborene Hassenpflug, den Grimms Märchenbeiträge zukommen lassen - den letzten noch 1828.
Es spricht vieles für die Annahme, dass es diese Marie Hassenpflug war, die dank ihrer Verbindungen nach Hoof den Brüdern Grimm den seinerzeit dort lebenden pensionierten Quartiermeister Johann Friedrich Krause als Märchenerzähler empfehlen konnte.
