Märchenbeiträger der Brüder Grimm
Die Brüder Grimm sind weder sagen- und märchensammlend über Land gezogen. Auch ist der Anteil der "einfachen Leute" an ihren Märchen und Sagen eher gering. Vielmehr wurden sie von über fünfzig Märchenbeiträgerinnen und Märchenbeiträgern vor allem aus Hessen und Westfalen unterstützt, die - wie sie selbst - vornehmlich aus den gebildeten Schichten der Gesellschaft stammten und zumeist auch jüngeren Alters waren.
So erfuhren die Brüder Grimm zahlreiche Märchen aus den Kasseler Bürgerfamilien Wild und Hassenpflug oder von der Niederzwehrener Gastwirtstochter und Schneidersfrau Dorothea Viehmann (geboren 1755 auf der "Knallhütte"; vgl. auch www.huett.de). Aus der Schwalm kamen ihnen wichtige Texte durch die Pfarrerstochter Friederike Mannel und den Pfarrkandidaten Ferdinand Siebert zu. Aus Westfalen erhielten sie bedeutende Beiträge durch die Familie der Freiherrn von Haxthausen und durch die Schwestern Annette und Jenny von Droste-Hülshoff. Überdies haben sie (und teilweise auch wohl ihre Informanten) aus schriftlichen Quellen geschöpft, aus mittelalterlichen Vers-novellen und Legenden, aus Schwank- und Anekdotenbüchern, aus Tierfabel-sammlungen und Wunderzeichenbüchern und auch aus literarischen Werken des 17. und 18. Jahrhunderts.
Text: © 2004 by Bernhard Lauer
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Marie Hassenpflug hat den Brüdern Grimm seinerzeit nicht nur an die zwanzig wunderbare Märchen erzählt, sondern auch ihre Familie zu Beiträgen ermuntert, so dass...
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