Brüder Grimm in Göttingen
1829 nimmt Jacob Grimm einen Ruf als Professor an die Universität Göttingen an, allerdings unter der Bedingung, dass auch Wilhelm angestellt wird. Nach der Zusage, dass Wilhelm eine Stelle in der Universitätsbibliothek erhält, verlassen sie Kassel und beziehen gemeinsam mit Wilhelms Frau Dorothea und deren erstem Kind eine Wohnung in Göttingens damaliger Pracht- und Flanierstraße, der heutigen Goetheallee. Jacob Grimm wird zum leitenden Bibliothekar der Göttinger Universitätsbibliothek ernannt. Darüber hinaus ist er Professor der Philosophie und wird Senatsmitglied der Universität. Wilhelm erhält 1831 ebenfalls eine Ernennung zum außerordentlichen Professor, der 1835 die Berufung zum ordentlichen Professor folgt.
Neben ihrer Lehrtätigkeit und ihrer Arbeit in der Bibliothek
stellen die beiden Brüder in Göttingen eine große Zahl bedeutender Veröffentlichungen fertig. Jacob veröffentlichte bis 1837 zwei weitere Bände der „Deutschen Grammatik". Im Jahr 1834 konnte er auch den 1811 begonnenen „Reinhart (Reineke) Fuchs" fertig stellen, 1835 folgt ein Werk über „Deutsche Mythologie". Die dritte Auflage der Kinder- und Hausmärchen wurde 1837 von Wilhelm beinahe allein besorgt.
Für eine Protestschrift gegen einen Verfassungsbruch des Königs von Hannover, König Ernst August I., wurden sie 1837, und mit ihnen fünf andere Professoren (Göttinger Sieben: Wilhelm Eduard Albrecht, Friedrich Christoph Dahlmann, Heinrich Georg August Ewald, Georg Gottfried Gervinus, Wilhelm Eduard Weber), entlassen und Jacob Grimm sogar des Landes verwiesen. Er findet Zuflucht bei seinem Bruder Ludwig Emil in Kassel, im Oktober 1838 zieht auch Wilhelm Grimm mit seiner Familie zurück nach Kassel.
Spuren der Brüder Grimm in Göttingen
Gedenktafel für Jacob und Wilhelm Grimm, Goetheallee 6
Die Brüder Grimm wohnten von 1829 bis 1837 in einem der Häuser, die dem Oberkom-
erzien-Kommissar Friedrich Grätzel gehörten. Im Erdgeschoss lag der Hörsaal, in dem
die Brüder Grimm ihre Vorlesungen hielten. Die Gedenktafel wurde 1874 an diesem
Gebäude und 1994 am Nachfolgebau erneut angebracht.
Gedenktafel für die Göttinger Sieben in der Aula der Universität, Wilhelmsplatz
Platz der Göttinger Sieben, Campus der Georg-Augu
st-Universität
1987 anlässlich des 150-jährigen Gedenkens der Vertreibung der „Göttinger Sieben" so benannt
Brüder-Grimm-Stein:
Denkmal mit Darstellung der Märchens „Brüderchen und Schwesterchen", 1959 an der
Ecke Brüder-Grimm-Allee/Hainbundstraße aufgestellt, Entwurf von Hermann
Scheuernstuhl
Brüder-Grimm-Allee
Brüder-Grimm-Schule, Robert-Koch-Straße
1953 eingeweihte Grundschule, in der Eingangshalle künstlerische Metall-Figuren aus
den „Kinder- und Hausmärchen"
Arbeitsstelle „Deutsches Wörterbuch", Papendiek 14
Neubearbeitung der Buchstaben D bis F durch die Göttinger Akademie der Wissen-
schaften
Enzyklopädie des Märchens, Friedländer Weg 2
Herausgabe des Handwörterbuchs zur historischen und vergleichenden Erzählforschung
durch die Göttinger Akademie der Wissenschaften
Burg Plesse, Bovenden-Eddigehausen
Die Burg Plesse wird als „Perle des Leinetals" bezeichnet. Sie ist eine der besterforsch-
ten und meist bedichteten Burgen Deutschlands. In den erstmals erschienenen „Deut-
schen Sagen" der Brüder Grimm sind zwei Plesse-Sagen zu lesen (Die Schwanringen zu
Plesse/Das stille Volk zu Plesse).
Institutionen:
Arbeitsstelle „Deutsches Wörterbuch", Papendiek 14
Neubearbeitung der Buchstaben D bis F durch die Göttin
ger Akademie der Wissen-
schaften
http://www.uni-goettingen.de/de/118878.html
Enzyklopädie des Märchens, Friedländer Weg 2
Herausgabe des Handwörterbuchs zur historischen und vergleichenden Erzählforschung
durch die Göttinger Akademie der Wissenschaften
http://wwwuser.gwdg.de/~enzmaer/
Georg-August-Universität Göttingen
Die 1734 gegründete Georg-August-Universität, deren wissenschaftlichen Ruhm unter
anderem 44 Nobelpreisträger mehren, umfasst heute als Volluniversität 130 Studienpro-
gramme mit 24.000 Studenten
http://www.uni-goettingen.de/
Arbeitsstelle Berlin
(Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)
http://dwb.bbaw.de/index.html

